Abbildung 4.370:
Auger-Prozesse (links) und Röntgenprozesse (rechts)
![\begin{figure}
\centering
\protect{\includegraphics[width=60mm]{Bilder_mm/mm-130}}
\protect{\includegraphics[width=60mm]{Bilder_mm/mm-130a}}
\end{figure}](img4502.gif) |
Durch die inelastische Wechselwirkung von Elektronen mit der Probe ist es
möglich materialspezifische Signale zu generieren. Neben den rückgestreuten
Elektronen sind dies insbesondere die Auger-Elektronen und die Röntgen-Prozesse
(Abb. 4.370) .
Auger-Elektronen haben eine Energie, die unabhängig von der Energie der
einfallenden Elektronen ist. Ebenso sind die entstehenden Röntgenphotonen
materialspezifisch. Da neben Auger-Elektronen auch andere Sekundärelektronen
vorhanden sind und da der Anger-Prozess keine grosse Ausbeute hat, sind
Auger-Elektronen schwer zu detektieren. Zudem verlieren Elektronen durch
Streuung in der Probe Energie.
Diese Verluste können minimiert werden, wenn die Probe dünn geschnitten wird
(Abb. 4.371).
Abbildung 4.371:
Wechselwirkung zwischen Elektronenstrahl und Probe
![\begin{figure}
\centering
\protect{\includegraphics[width=60mm]{Bilder_mm/mm-131}}
\end{figure}](img4503.gif) |
Röntgen-Photonen wechselwirken wesentlich weniger mit der Probe als Elektronen.
Sie geben deshalb ein besseres Bild der Probenzusammensetzung. Die
Auflösung der Röntgenphotonen hängt vom Material ab (Abb.
4.372).
Abbildung 4.372:
Räumliche Auflösung bei der EDX-Abbildung
![\begin{figure}
\centering
\protect{\includegraphics[width=60mm]{Bilder_mm/mm-132}}
\end{figure}](img4504.gif) |
Die Energie der Strahlelektronen nimmt nach aussen in der Wechselwirkungsbirne
ab. Deshalb werden Elemente mit höheren Anregungsenergien mit besserer
Lokalisierung abgebildet.
Gemessen werden die Röntgenphotonen mit einer EnergieDispersiven Spektroskopie
(EDS). Dies ist in den Abbildungen 4.373 und 4.374
gezeigt .
Abbildung 4.373:
EDS-System angeschlossen an ein REM
![\begin{figure}
\centering
\protect{\includegraphics[width=60mm]{Bilder_mm/mm-133}}
\end{figure}](img4505.gif) |
Abbildung 4.374:
Schematische Darstellung eines EDS-System
![\begin{figure}
\centering
\protect{\includegraphics[width=60mm]{Bilder_mm/mm-134}}
\end{figure}](img4506.gif) |
Das obige Bild zeigt einen EDS-Detektor. Er besteht aus Kollektor,
Detektionskristall und Feldeffektransistor. Ein Röntgenphoton löst im
Detektorkristall eine zu seiner Energie proportionale Anzahl Elektronen. Diese
werden auf dem Gate des FET gesammelt und erhöhen die Kanalleitfähigkeit. Die
Spannung am Arbeitswiderstand steigt (Abb. 4.375).
Abbildung 4.375:
Funktion eines EDS-Detektors
![\begin{figure}
\centering
\protect{\includegraphics[width=120mm]{Bilder_mm/mm-135}}
\end{figure}](img4507.gif) |
Aus der Rampe werden Impulse geformt und diese digitalisiert. So kann die
Energieverteilung der Röntgenphotonen gemessen werden. Dazu wird ein
Vielkanalanalysator verwendet.
Der Detektorkristall besteht üblicherweise aus Silizium dotiert mit Lithium. Um
die Diffusion von Li zu verhindern, muss der Kristall bei 77 k gehalten werden.
Pro 3,8eV Energie wird ein Elektronen-Loch-Paar gebildet. Bei der Messung von
Spektrum gibt es einige Optimierungsmöglichkeiten (Abb. 4.376).
Abbildung 4.376:
EDS und REM-Analyse von Chromiterz. Oben links: EDS-Spektrum mit Peaks für
Magnesium, Aluminium, Silizium, Kalzium, Chrom und Eisen. Oben rechts: Rückstreuelektronenbild.
Unten links: Punktdichtebild von Silizium. Unten rechts: Punktdichtebild von Chrom.
![\begin{figure}
\centering
\protect{\includegraphics[width=90mm]{Bilder_mm/mm-136}}
\end{figure}](img4508.gif) |
Abbildung 4.377:
Optimierung von Detektorabstand und Aufnahmewinkel für die Röntgen-Mikroanalyse
![\begin{figure}
\centering
\protect{\includegraphics[width=60mm]{Bilder_mm/mm-137}}
\end{figure}](img4509.gif) |
Unterabschnitte
Copyright by Othmar Marti and Alfred Plettl,
2007-08-14