Als einfachstes Beispiel eines Filters betrachten wir einen RC
Tiefpass. Die Filtercharakteristik geschrieben mit Frequenzen ist
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(160) |
Es ist üblich, die Gleichung (2.160) so umzurechnen,
dass die Frequenz
, bei der
ist, gleich 1
gesetzt wird. Mit
(
ist die natürlich Grenzfrequenz unseres Tiefpasses.
Gleichung (2.160) wird dann
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(161) |
Nun haben wir im Abschnitt 2.4.3 über die
Laplace-Transformation gesehen, dass diese Kausalität erzwingt.
Indem
mit
identifiziert wird (man kann auch sagen,
dass die allgemein komplexe Variable
nur entlang der
imaginären Achse betrachtet wird), erhält man die
Übertragungsfunktion
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(162) |
und daraus mit
die normierte Darstellung der Übertragungsfunktion
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(163) |
Die Darstellung in Gleichung (2.163) ist die
einfachste denkbare Darstellung eines Tiefpassfilters. Die
Grenzfrequenz ist normiert, alle Details der Realisierung werden
mit der Normierung kaschiert. Das Vorgehen ist in gewissem Sinne
analog zu dem der theoretischen Physiker, wenn sie
und
setzen.
Für Sinuswellen ist das Verhältnis zwischen Ausgangs- und Eingangssignal ist
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(164) |
Für grosse Frequenzen
verhält sich die Ausgangsamplitude
.
Dies entspricht einem Verstärkungsabfall von 6 dB pro Oktave (Faktor 2) oder 20 dB pro Dekade (Faktor 10). Der
Verstärkungsabfall pro Dekade ist charakteristisch für die Filterordnung. Pro Ordnung erhält man 20 dB pro Dekade.
Für einen steileren Abfall der Verstärkung kann man n Filter hintereinander schalten. Wenn man annimmt, dass jeder
Teilfilter vom vorhergehenden entkoppelt ist (keine Rückwirkung) und wenn man weiter annimmt, dass jeder
Teilfilter eine andere Grenzfrequenz haben kann, charakterisiert durch den Faktor
dann ist die
Übertragungsfunktion
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(165) |
Die Koeffizienten
sind reell und positiv.
Für grosse Frequenzen gilt
. Der Abfall ist also n mal 20 dB pro
Dekade.
Bei n gleichen, entkoppelten Tiefpässen ist die 3-dB Grenzfrequenz
, wenn gilt:
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(166) |
Die Grenzfrequenz eines einzelnen Tiefpasses ist um
höher als die Grenzfrequenz der Gesamtschaltung. Diese Eigenheit
ist bei allen zusammengesetzten Teifpässen zu bemerken. Die oben
eingeführten Tiefpässe haben nur reelle
Pole. Sie heissen kritische
Tiefpässe. Tabelle
F.1 im Anhang gibt eine Übersicht über die
Filterkoeffizienten. Die Koeffizienten sind in Gruppen zu zwei
geordnet, da man jedes Polynom mit reellen Koeffizienten in ein
Produkt von Polynomen 2. Grades aufspalten kann.
Allgemein ist eine Filterfunktion gegeben durch
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(167) |
Hier ist
die Verstärkung bei
. Für beliebige
reelle Koeffizienten
kann das Nennerpolynom in Gleichung
(2.167) in
(
bei ungeradem n)
Polynome 2. Grades (und ein Polynom ersten Grades bei ungeradem n)
aufgespalten werden. Diese Polynome zweiten Grades haben entweder
zwei reelle Nullstellen, oder aber zwei konjugiert komplexe. Wir
können also schreiben:
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(168) |
Wir vereinbaren, dass bei ungeradem n
sein soll. Für unser kritisch gedämpftes Filter gilt nun:
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(169) |
Diese Koeffizienten sind in Tabelle F.1 aufgelistet.
Konjugiert komplexe Pole, wie sie in einem Filter höherer Ordnung
auftreten können, sind nicht mit einfachen RC-Filtern
realisierbar. Entweder man verwendet auch Spulen, also RLC-kreise,
oder man benötigt aktive Schaltungen, wie sie im Kapitel
3 besprochen werden.
Es gibt nun verschiedene Optimierungsstrategien für die
Filterkoeffizienten. Sie werden in den folgenden Abschnitten nun
besprochen.
Unterabschnitte
Copyright by Othmar Marti and Alfred Plettl,
2007-08-14