Ein elektrischer Kontakt zwischen zwei Medien besteht, wenn durch ihre Grenzfläche ein Ladungsträgertransport möglich ist. Im Folgenden betrachten wir einige, für die Halbleiter-Bauelemente relevante Beispiele:
Die Wirkungsweise der elektrischen Bauelemente beruht meist auf dem Ladungstransport durch Kontakte. Dieser ist
praktisch ausschliesslich durch den ortsabhängigen Verlauf der potentiellen Energie der Ladungsträger in der
unmittelbaren Umgebung der Grenzfläche festgelegt. Den sog. Potentialverlauf
erhält man durch Divison der
potentiellen Energie für Elektronen (bzw. für Löcher) mit
bzw. (
).
Ursache für diese Ortsabhängigkeiten sind Raumladungen, im Gegensatz zum Metall-Metall-Kontakt. Den
formalen Zusammenhang zwischen dem elektrischen Potential, auch Makropotential genannt, und der gesamten
elektrischen Ladungsträgerdichte
liefert (für statische oder
niederfrequente Betrachtungen) die Poisson-Gleichung der Elektrostatik:
In dieser eindimensionalen Form ist sie Fixpunkt der folgenden quasiklassischen Beschreibung der allmählichen Bandverbiegung, deren auslösende Ursache ideale, auch abrupte Dotierwechsel sein können.
Einen Ausgangspunkt zur Erklärung eines Kontaktphänomens bietet das Bänderschema rund um die ebene Grenzfläche im thermodynamischen Gleichgewicht. Über den Kontakt hinweg ist die Fermi-Energie im ganzen Bauelement konstant; im Bandschema liegt sie also stets waagrecht. Der resultierende Strom von Ladungsträgern einer bestimmten Energie ist in jeder Raumrichtung gleich Null. (Erinnerung: Das chemische Potential, d.h. die Änderung der freien Energie mit der Teilchenzahl bei konstantem Volumen und konstanter Temperatur, ist gleich der Fermi-Grenzenergie.)
Copyright by Othmar Marti and Alfred Plettl, 2007-08-14