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Elektrizitätslehre


Notizen:

Wie beschreibt Zimmermann physikalische Gegebenheiten? Auf Seite 22 des ersten Bandes findet sich diese kleine Abbildung. Zimmermann möchte das Wesen der Elektrizität anhand eines Experimentes demonstrieren. Er sagt: „Jeder Körper kann durch eine geeignete Behandlung in den Zustand der Elektricität versetzt, und durch Unterstützung mit isolierenden Substanzen (Schellack, Glas) einige Zeit darin erhalten werden. In diesem Zustande nimmt man wahr, daß er das Bestreben hat, sich von der überflüssigen Elektricität zu befreien,und die ihm fehlende an sich zu ziehen. Dies sind die Anziehungs= und Abstoßungsphänomene. Wenn man eine trockene Glasstange reibt und über einen trockenen Tisch, auf welchem Kügelchen von Holundermark liegen, hinwegfährt, so werden die Kügelchen sofort zu der Glasstange emporspringen, wie die Figur zeigt, und einen Augenblick daran haften, dann herabfallen, wieder emporspringen, wieder herabfallen u. s. w. Das Experiment wird sehr vereinfacht und der Erklärung zugänglicher auf folgende Art. Der isolierte elektrische Körper habe überschüssige positive Elektricität. Man nähere ihm ein Kügelchen von Sonnenblumenmark (welches leichter ist als das sonst gebrauchte Holundermark), an einem seidenen Faden hängend, so wird er dasselbe anziehen, um ihm einen Teil seiner negativen Elektricität abzunehmen; beide Körper erscheinen jetzt mit positiver Elektricität, also gleichnamig und zwar gleich stark geladen, nur hat das leicht bewegliche Kügelchen zu seiner Ladung soviel weniger Elektricität nöthig, als es kleiner ist wie der andere Körper.“ Sie sehen, Zimmermann verwendet keine Formeln, er gibt einleuchtende Beschreibungen, die meistens korrekt sind. An diesem Beispiel sieht man auch, dass er keine klaren Definitionen hat. Was er Ladung nennt würden wir Spannung oder Potential heissen. Seine Elektricität wird heute mit Ladung bezeichnet.